Arbeiten im Weinberg im März

Der März ist ein entscheidender Monat für jeden Winzer: eine Zeit intensiver Arbeit, in der die Grundlagen für die kommende Lese gelegt werden. Die Tage werden länger, die Sonne wärmt und der Rebstock erwacht aus dem Winterschlaf. Hier erfahren Sie, welche Arbeiten wir in diesem Monat in unseren Weingärten getan haben!

Willkommen März, wir freuen uns über die Rückkehr des so sehr ersehnten Regens! Dies ist ein Monat, in dem im Weingarten viel los ist: Wir beobachten unsere Rebstöcke aufmerksam und sind bereit, mit Sorgfalt und Hingabe einzugreifen, um sie durch die neue Saison bis zur nächsten Lese zu begleiten. Jeder Eingriff ist wichtig, nichts darf vernachlässigt oder dem Zufall überlassen werden. Die Temperaturen werden nach und nach milder, die Tage werden länger und die Pflanzen gehen ihrem normalen Wachstum entgegen, nach der Ruhephase im Winter.

Bei einem Rundgang durch die Rebreihen bemerken wir ein ebenso faszinierendes wie bekanntes Phänomen: Aus den soeben beschnittenen Trieben tritt langsam das farblose, durchsichtige Rebwasser aus, ein Zeichen, dass die Wurzeln ihre Tätigkeit wieder aufgenommen haben. Der Prozess – der etwa einen Monat dauert – erinnert an menschliche Tränen und wird daher als „Rebtränen“ oder auch als „Rebenblut“ bezeichnet: Mit steigenden Temperaturen (ca. 7-12°C) kommt er langsam zum Abschluss. Dann beginnt die erste Austriebszeit mit dem Aufbrechen der Knospen und einer schnellen vegetativen Entwicklung der ganzen Pflanze.

Gegen Ende des Monats widmen wir uns dem Grünschnitt (Entfernen der Schösslinge): Diese Praxis besteht darin, die Schösslinge (Triebe, die unter dem Wurzelhals wachsen, dem unteren Teil des Stamms, in der Nähe der Wurzeln) und Geiztriebe (die kräftigen Triebe, die sich am Stängel, der Sprossachse, entlang bilden) zu beseitigen. Dadurch vermeidet man unerwünschte Entwicklungen der allgemeinen Pflanzenform und verhindert zudem, dass sie wertvolle Ressourcen in Wachstumsbereichen verteilt, die für unser Ziel weniger wichtig sind: nämlich eine kontrollierte, auserlesene Produktion in hervorragender Qualität zu erhalten.

Nach dem Beschnitt geht es mit dem manuellen Binden der Reblings weiter: Das Fruchtholz – also der Schössling, aus dem sich die Fruchttriebe entwickeln – wird an Eisendrähte gebunden, die zwischen den Pfählen der Rebstöcke verlaufen. Auch dieses Verfahren folgt der Absicht, das Wachstum der Pflanze zu „leiten“, so dass die vegetative Entwicklung einheitlich verläuft und eine ausgeglichene Traubenproduktion nach dem Guyot-Erziehungssystem entsteht: Diese Erziehungsform garantiert einen Ertrag, der nicht zu hoch ist, aber durch den geringeren Knospenbesatz am Fruchtholz optimale Qualität hat.

Schließlich bleibt noch, die beschnittenen Triebe (das so genannte „Rebholz“) zu häckseln und dann unterzugraben: So führen wir unseren Böden organische Substanz zu und ergänzen sie mit Nährstoffen, was gerade am Anfang wesentlich ist. Anschließend folgen die weiteren Bearbeitungen. Ein reichhaltiger Boden an wertvollen Substanzen garantiert jeder Pflanze eine gesunde, konstante Entwicklung!

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