Im Unterschied zum vorangegangenen Jahrgang, der besonders früh war, wird der Jahrgang 2019 in Erinnerung bleiben, weil er sich deutlich mehr im üblichen Rahmen entwickelte.

Das Landwirtschaftsjahr setzte langsamer ein, da die Wintersaison sich länger hinzog, bis Ende Februar, und dementsprechend die Frühlingssaison später begann. Sie brachte bis Mitte März Regen und niedrige Temperaturen. Dennoch war der Wachstumsbeginn regulär. Die reichlichen Regenfälle im April führten einerseits zu einer Verlangsamung, bildeten aber andererseits ein erhebliches Wasserreservoir im Boden und glichen so auch die geringen Regenfälle im Winter aus. Das wechselhafte Wetter mit niedrigen Durchschnittstemperaturen setzte sich über den ganzen Mai fort und bestätigte damit eine Verzögerung um rund zwei Wochen im Vergleich zum Wachstumsverlauf der letzten Jahre, die aber eher der traditionellen Entwicklung entsprach.

Die hohen Temperaturen im Juni boten zusammen mit den Wasserressourcen im Boden die Bedingungen für eine schnelle Wachstumsentwicklung. Diese forderte große Aufmerksamkeit bei den Winzern, um eventuelle Probleme der Pflanzengesundheit einzudämmen. Die heißeste Zeit der Saison wurde von der letzten Juni- bis zur ersten Juliwoche verzeichnet; in den Tagen darauf folgten mäßigere Temperaturen im Wechsel mit Niederschlägen. Ende Juli trat die zweite Hitzewelle des Sommers ein, die mit Gewittern endete, die zwar auch intensiv, aber nicht schädlich für die Reben waren. Die übrige Sommersaison verlief mit mildem Klima mit sporadischen, regelmäßigen Niederschlägen, die die Winzer bei der Führung des Weinbergs vom gesundheitlichen Standpunkt beanspruchten.

Der September begann mit dem einzigen Hagelsturm in diesem Jahr in den Langhe: Am 5.9. ging in unserer Region das stärkste Gewitter der Saison nieder. In manchen Gebieten verursachte der Hagel enorme Schäden, die aber insgesamt auf zwei Terroirs in den Hügeln um Alba begrenzt waren; der Großteil der Anbaugebiete Barolo, Barbaresco und Dogliani wurde verschont.

Die Lese begann um Mitte September mit den weißen Trauben; Dolcetto und Barbera schlossen sich direkt an, zuletzt folgte Nebbiolo. Für alle Rebsorten und damit für alle Ursprungsbezeichnungen haben wir einen leichten Rückgang im Ertrag festgestellt, was der Qualität und der Ausgewogenheit zugute kommt. Die weißen Reben zeigen einen guten Alkoholgehalt und einen Säurespiegel, der etwas über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt; dieser Faktor sollte allerdings die Frische und Nachhaltigkeit der Düfte garantieren. Die Dolcetto-Trauben, die überwiegend um den 17. September herum gelesen wurden, sind in Bezug auf Phenol- und Zuckergehalt sehr gut, auch das Säureprofil lässt auf Weine mit sehr elegantem Potential hoffen, ganz besonders im Dogliani-Gebiet. Der Sommer mit Hitzewellen, aber normalen Mittelwerten in unserem Anbaugebiet sorgte dafür, dass die Barbera-Reben die Lese mit optimalem Phenolgehalt, einem etwas geringerem Alkoholpotential im Vergleich zum Vorjahr und einer bemerkenswerten Säuresituation erreichten. Diese Rebsorte lässt vielleicht am meisten – zusammen mit Nebbiolo – die unterschiedlichen Lagen erkennen.

Die Nebbiolo-Trauben wurden in der zweiten Oktoberhälfte gelesen, und auch ihre analytischen Parameter sind „klassisch“, sie bieten also einen guten Zuckergehalt und ein hervorragendes Polyphenol-Profil, was strukturreiche Weine mit einem sehr hohen Alterungspotential garantiert. Der hohe Grad an Anthocyanen kündigt Weine mit hervorragender Farbe an, vor allem in Anbetracht der genetischen Merkmale. Abschließend können wir den Jahrgang, den wir in den Keller gebracht haben, als traditionell definieren: Trotz des leichten quantitativen Rückgangs gegenüber dem Vorjahr zeichnet sich die Produktion durch hohe Qualität aus.

Quelle: Consorzio di tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Dogliani