Der Jahrgang 2018 begann mit einem langen Winter mit zahlreichen Niederschlägen, die die Wasserreservoirs des Bodens wieder stabilisierten, denn sie war durch die Klimaentwicklung des Vorjahres geschwächt.
Der Winter zog sich bis Anfang März hin mit Temperaturen unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, so dass der Vegetationsbeginn der Reben langsam und graduell eintrat. Er vollendete sich am Ende desselben Monats.
Der Austrieb war einheitlich ohne Probleme durch Spätfröste. Der Frühling ging weiter, wie der Winter geendet hatte, mit häufigen Niederschlägen und niedrigen Temperaturen, so dass ein Jahrgang abzusehen war, der sich nach „klassischen“ Zeiten entwickeln würde, jedenfalls nicht verfrüht wie im Vorjahr. Diese Ahnungen bestätigten sich dann im weiteren Verlauf der Saison. In der Zeit von Ende Mai bis Anfang Juni kam es in unserem Anbaugebiet mit zahlreichen Gewittern und reichhaltigen Regenfällen, die für die Winzer einige Schwierigkeiten bei der Führung des Weinbergs mit sich brachten. Wo man nicht rechtzeitig eingreifen konnte, waren dann Probleme durch das Auftreten von Pilzkrankheiten zu verzeichnen.
Die Blüte und der anschließende Fruchtansatz liefen regulär und in optimalen klimatischen Bedingungen ab, so dass gleich abzusehen war, dass der Jahrgang reichhaltig werden würde. Dies bestätigte sich dann in der Tat nach dem Traubenschluss. Bei fast allen Rebsorten musste gezielt ausgedünnt werden, um den Ertrag in den Grenzen zu halten, die von den einzelnen Produktionsvorschriften vorgesehen sind. Die Sommersaison entwickelte sich graduell und ab Mitte Juni stiegen die Temperaturen spürbar an, was zusammen mit einer anhaltenden Schönwetterperiode die Reifung der Trauben förderte, ohne dabei eine vorzeitige Reife im Vergleich zu den vorgesehenen Zeiten für die Lese auszulösen.
Die Lese begann mit dem Monat September für die Trauben, die für Schaumweine bestimmt sind. Anschließend wurden die anderen weißen Trauben etwa bis zum 20. September geerntet. Die uns vorliegenden Daten weisen auf einen geschätzten nicht zu hohen Alkoholgehalt hin, der zusammen mit einem ausreichend hohen Säuregehalt eine gute Unterstützung für die aromatischen Qualitäten der Trauben garantiert. Die erste rote Rebsorte, die gelesen wurde, war Dolcetto, ihr Zuckergehalt lag im Durchschnitt, während die Säuren geringer sind als in den letzten Jahrgängen, auch wenn der pH-Wert im Most auf dem üblichen Niveau bleibt. Dies ist vorwiegend dem Verhältnis zwischen den beiden Hauptsäurekomponenten zu verdanken: Die Apfelsäure ist geringer wegen der hohen Tagestemperaturen Ende August und Anfang September, während die Weinsäure, die sich am Anfang der Saison bildet, wenn die niedrigeren Temperaturen ihre Synthese fördern, in guter Konzentration in den Beeren erhalten geblieben ist.
Dieses Phänomen konnte auch bei den anderen roten Sorten mit späterer Reifung festgestellt werden. Die Barbera-Reben zeichneten sich durch gute Gesundheit aus, allerdings bestand eine gewisse Heterogenität zwischen den Weinlagen, hauptsächlich wegen des Produktionsertrages: Wo dieser reichlicher war, war die Führung des Weinbergs komplexer, und auch die Parameter der Reifung waren davon betroffen und verzeichneten geringere Zahlen im Vergleich zu denen mit weniger hohem Ertrag. Der September entwickelte sich klimatisch günstig, wie seit inzwischen mehreren Jahren, und trug so zur Qualität der Weine von den Rebsorten mit mittlerem bis langem Wachstumszyklus bei, denn das Klima kam ihnen voll zugute. Die Nebbiolo-Trauben wurden in der Tat nach den klassischen Fristen gelesen, also Anfang Oktober und dann über rund drei Wochen.
Im Unterschied zu den anderen Sorten war der Ertrag begrenzt, in einigen Situationen hatte ein Teil des Weinbergs nur wenige Trauben, was im Wesentlichen auf das Klima im Vorjahr zurückzuführen war, vor allem auf die ungewöhnliche Hitze in dem Zeitraum, in dem aus den Blüten der Fruchtansatz hervorgeht. In den Anbaugebieten sowohl für Barolo als auch für Barbaresco hat sich der Zuckergehalt im letzten Saisonabschnitt erhöht und man konnte eine Beschleunigung der phenolischen Reife beobachten, so dass die Lese mit hervorragenden Parametern erreicht wurde. Dies alles in Verbindung mit einem idealen Säuregehalt wird zu harmonischen Weinen mit hervorragendem Alterungspotential führen. Abschließend können wir sagen, dass es ein traditionell geprägter Jahrgang war, der den Winzern Sorgfalt bei der Führung der Weinberge abverlangte, aber dann Ergebnisse zuließ, die die Erwartungen zu Anfang des Jahres überstiegen.
Quelle Consorzio di tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Dogliani
