Das Winzerjahr 2017 wird wegen des heißen Klimas und vor allem wegen der geringen Niederschläge in Erinnerung bleiben.
Der Winter war mild mit wenig Schnee, während der Frühling einige Regenfälle und überdurchschnittliche Temperaturen mit sich brachte, die das Wachstum der Rebe noch weiter förderten: Dieses setzte von Anfang an verfrüht ein und blieb so im weiteren Verlauf der Saison.
Gegen Ende April war in ganz Italien ein plötzlicher Rückgang der Temperaturen zu verzeichnen, vor allem in den Nachtstunden. Dies führte zu Frostschäden, die aber in den Langhe nur die Talsohlen und in den Hügeln die kühleren Bereiche der Hänge betrafen.
Ab Mai begann eine lange Schönwetterperiode durch den Durchzug von zahlreichen Hochdruckgebieten.
Die Wetterlage stabilisierte sich dann und garantierte optimale Bedingungen für den Aspekt der Pflanzengesundheit, es waren also keine besonderen Probleme bei der Führung der Weingärten zu verzeichnen. Die Höchsttemperaturen in den Sommermonaten lagen über dem Durchschnitt, wie überhaupt in ganz Italien, aber im Unterschied zu anderen heißen Jahren hatten wir kühlere Nächte.
Ab Ende August und Anfang September brachten die lang ersehnten Regenfälle bis zu 25 mm Wasser, was dazu diente, die Wasserversorgung der längst sehr weit gereiften Weinbeeren wieder auszugleichen. Ab der ersten Septemberwoche sanken die Temperaturen beträchtlich und der Verlauf lag näher an den Saisonmittelwerten mit erheblichem Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht. Diese Situation war vor allem von Vorteil für den Polyphenolgehalt der roten Trauben mit mittlerem bis langem Wachstumszyklus, wie Nebbiolo und Barbera: Sie verzeichneten Daten, die von anderen „heißen“ Jahrgängen abwichen. In der Tat sind in diesem Jahr bessere Werte sowohl in Bezug auf die Quantität, d.h. die Ansammlung von Anthocyanen und Tanninen, als auch in Bezug auf die Extrahierbarkeit zu beobachten, ein wesentlicher Faktor für Weine mit Alterungspotential.
Auch vom Standpunkt der Dauer des Vegetationszyklus der Rebe sind viele Unterschiede zu anderen verfrühten Jahrgängen festzustellen, so war der Zeitraum zwischen dem Austrieb und der physiologischen Reifung zwar vorgezogen, betrug aber dennoch im Durchschnitt 185 Tage, während er bei anderen ähnlichen Jahrgängen um 170 Tage – gegenüber 200 bei so genannten „späten“ Jahrgängen – dauert. Kurz gesagt, war es zwar ein frühreifer Jahrgang, aber die Rebe hat ihre Entwicklung dennoch vollständig vollzogen. Was die wichtigsten Bestandteile des Weins betrifft, muss darauf hingewiesen werden, dass der Alkoholgehalt zwar beträchtlich ist, aber nicht über dem Durchschnitt liegt, vor allem bei Weinen aus Dolcetto und Nebbiolo, sehr wahrscheinlich, weil der Rebstock seinen Stoffwechsel in der heißesten Zeit unterbrochen hat, so dass es zu einer verfrühten Lese kam, aber mit Werten innerhalb der Norm. Außerdem wurde ein guter pH-Gehalt verzeichnet, während die Gesamtsäure geringer war. Dies ist auf einen geringeren Anteil an Apfelsäure zurückzuführen, was den optimalen Reifegrad der Früchte bestätigt.
Es wurde ein geringerer Ertrag im Weinberg festgestellt, was einem Jahrgang mit geringeren Niederschlägen entspricht, mit prallen Trauben bei der Lese, deren Most-Schalen-Anteil im Durchschnitt lag.
Mit all diesen Daten können wir diesen Jahrgang sicher als einen der frühesten in den letzten Jahren im Gedächtnis behalten, denn die Lese der Nebbiolo-Reben begann in der zweiten September-Dekade und war Anfang Oktober beendet, also rund zwei Wochen früher als normal. Die Lese 2017 hinterlässt uns Weine mit großer Perspektive im Vergleich zu den Befürchtungen am Sommeranfang und bestätigt noch einmal die große Berufung und Anpassungsfähigkeit des Weinbaus in den Hügeln der Langhe.
Quelle: Consorzio di tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Dogliani
