Der Jahrgang 2014 war zwar einer der kompliziertesten in der Führung des Weinbergs in den letzten Jahren, aber er hielt angenehme Überraschungen bei der Qualität der verarbeiteten Trauben durch ein günstiges Saisonende bereit.
Betrachtet man den Klimaverlauf, erkennt man, dass die Temperaturwerte den Werten der letzten Jahre entsprechen, außerdem waren die Tage mit Temperaturen, die als positiv für die Physiologie der Rebe gelten, über den ganzen Vegetationszyklus verteilt, ausgehend vom Winter, der gleich mit milden Temperaturen aufwartete.
Der Frühling erreichte die Weinberge der Langhe graduell, aber verfrüht, und löste einen vorzeitigen Wachstumsbeginn im Vergleich zum Vorjahr aus. Schon in den ersten Phasen wurde eine gewisse Abstufung in der physiologischen Entwicklung der Rebe beobachtet; die Unterschiede durch die mikroklimatischen Variationen in unseren Tälern erschienen sofort deutlicher, wenn man sie in Bezug zu einer Durchschnittssituation sieht. Am Sommeranfang lagen die Temperaturen völlig in der Norm, so dass die kleine Verfrühung im Wachstum beibehalten blieb, die im Frühling im Vergleich zum Vorjahr eingetreten war.
Die Niederschlagsmenge im Sommer lag über dem Durchschnitt, nicht so sehr in Bezug auf die Regentage als vielmehr auf die Intensität der Phänomene. Wir erlebten mehrfach wahre „Wasserbomben“, sehr lokalisiert und intensiv. Besonders relevant waren die Regenfälle am 23. und 29. Juli, die aber ganz verschieden ausfielen: In einigen Gebieten wurden 63 mm Niederschlag an nur einem Tag, in nur 15 km Entfernung nur 13 mm gemessen. Die Regenmenge zusammen mit den milden Durchschnittstemperaturen bildete auch die ideale Voraussetzung für Pilzangriffe: In diesem Jahr war die Aufmerksamkeit der Winzer wie nie zuvor ein wesentlicher Punkt, um gesunde Trauben bis zur Reifung zu bringen. Die Wahl der richtigen Systeme für die Führung des Weinbergs und die umsichtige Festlegung des Zeitraums für den Eingriff waren mehr denn je entscheidend für die Gesundheit der Trauben. Außerdem traten viele aggressive Phänomene ein, bevor die Reben ausgedünnt wurden: Durch diesen Eingriff konnte dank der sorgfältigen Arbeit der Fachleute die gesundheitliche Situation wiederhergestellt und das Problem eines eventuellen Fäulnisauftritts rechtzeitig gelöst werden. Natürlich führte dies zu einer Verringerung des Ertrags, der sich bereits weniger reichlich als in den letzten Jahrgängen andeutete.
Der September war vom Klima her zweifellos positiv mit einem guten Temperaturgefälle, das auch im Oktober erhalten blieb und entscheidend zur Reifung der Trauben und zu ihrer phenolischen Zusammensetzung beitrug. Die weißen Sorten des Gebiets verzeichneten einen geringeren Ertrag als im Vorjahr mit sehr ähnlichem Zuckergehalt sowie einer manchmal ausgeprägten Säure, die auch im Bouquet für die Frische sorgen müsste. Unter den roten Sorten war Dolcetto vielleicht diejenige, die quantitativ einen geringeren Ertrag hatte, aber wo die Ausdünnung und Säuberung der Trauben korrekt vorgenommen wurde, traten keine Gesundheitsprobleme auf, und man kann absehen, dass ein ausgewogener Wein entsteht, vielleicht weniger strukturiert und alkoholisch, aber sicher mit einer interessanten Menge an Düften und einer ausgeprägten Farbintensität. Diese ist der betonten Präsenz der Anthocyane zu verdanken, die besonders in den Gebieten Dogliani und Diano d’Alba zu beobachten ist.
Die Barbera-Rebe erreichte die Lese mit einer stärker heterogenen Situation, auch weil das Produktionsgebiet größer ist und sich schwieriger ein Mittelwert ablesen lässt. Tendentiell beeinflussten die nicht sehr hohen Spitzentemperaturen im August den Säuregehalt, der schon normalerweise ein genetisches Merkmal der Sorte ist und bei geringen Höchsttemperaturen besonders betont wird. Man kann allerdings mit vollem Recht einen Rückgang nach der Gärung erwarten, so dass ein größeres Gleichgewicht und lange Haltbarkeit garantiert sind, auch angesichts der massiven Präsenz von phenolischen Stoffen. Die Nebbiolo-Trauben haben interessantes Potential und beweisen eine wirklich überraschende Anpassungsfähigkeit an unser Gebiet. Die gut bearbeiteten Weinlagen mit gut belüfteten Trauben zeigen keinerlei Angriffe von Fäulnis jeglicher Art. Im Barolo-Gebiet ist die Situation vielschichtiger als in den letzten Jahren, auch durch die Hagelfälle, die das Produktionsgebiet „punktuell“ betrafen.
Generell kann man jedenfalls feststellen, dass die besten Ergebnisse bei den besser gepflegten und entsprechend der Klimaentwicklung geführten Weinlagen zu finden sind: wenn die Gärten also in den richtigen Fristen ausgedünnt und entblättert sowie mit korrekten Maßnahmen geschützt werden und sonnigere Lagen bei gut belüfteten, dränierten Böden genießen. Ein eigenes Thema ist das Barbaresco-Gebiet, das vom klimatischen Standpunkt bevorzugt war: Man denke nur, dass die Niederschläge dreimal geringer waren als im übrigen Piemont und dass hier kein Hagel vorkam. Für die Nebbiolo-Trauben generell kann man durchschnittlich alkoholische, elegante, ausgewogene Weine mit guter Säure und daher Langlebigkeit und mit hervorragenden, mineralienhaltigen Düften erwarten. Abschließend bestätigt der Jahrgang 2014, dass man in den Langhe nie zu frühe Vorhersagen machen sollte, denn es konnte wieder festgestellt werden, dass der letzte Teil der Saison wesentlich zur abschließenden Qualität der Trauben und der Weine beiträgt.
Quelle: Consorzio di tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Dogliani
