Jahrgang 2024

Klimaverlauf

Der Jahrgang 2024 war geprägt von einem intensiven und komplexen Wettergeschehen:

  • Winter und Frühling (Februar–Juni): Eine außergewöhnlich regenreiche Phase mit über 900 mm Niederschlag – fast dreimal so viel wie 2022–23. Das glich die Trockenheit der Vorjahre aus. Doch die anhaltenden Regenfälle verzögerten wichtige phänologische Stadien wie Austrieb und Fruchtansatz und erhöhten das Risiko von Pilzkrankheiten (Peronospora und Echter Mehltau), was schnelle und gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen erforderte.
  • Sommer (Mitte Juni–Mitte September): Eine darauf folgende trockenere und sonnige Phase, die ideal für die Reifung weißer Sorten und früh reifender Rotweine war.
  • Ende September – Anfang Oktober: Der Wechsel zwischen trockenen und nassen Tagen machte eine große Präzision bei der Weinlese notwendig, um die Gesundheit und optimale Reife der Trauben zu bewahren.

Einfluss auf Nebbiolo, Barbera und weiße Rebsorten

  • Nebbiolo (Barolo & Barbaresco): Der Nebbiolo zeigte eine gleichmäßige Reifung, die Weine weisen jedoch etwas weniger Struktur auf als üblich. Wo Lese und Traubenselektion gut gemeistert wurden, konnten elegante und fein definierte Weine erzeugt werden.
  • Barbera: Diese Sorte lieferte sehr gute Erträge, besonders in den besten Lagen, begünstigt durch einen üppigen Frühling und eine ausgewogene Reifephase im Sommer.
  • Weiße Sorten (Moscato, Arneis, Cortese): Für weiße Sorten war es ein ausgezeichneter Jahrgang mit viel Frische und harmonischer Reife.

Qualitative Bewertung & Fazit

Der Jahrgang 2024 wird als „intensiv und komplex“ eingestuft, liefert aber feine, elegante Weine mit einem ausgewogenen Spiel zwischen Säure und Aromatik.

Zusammenfassend lässt sich der Jahrgang 2024 wie folgt charakterisieren:

  • Extremes Klima: Starke Niederschläge im Frühling und Herbst führten zu anspruchsvollen Lesebedingungen, doch gezielte Maßnahmen zeigten Wirkung.
  • Resilienz des Terroirs: Aufmerksames Management im Weinberg und schnelles Handeln ermöglichten ausgewogene Weine.
  • Önologischer Stil: Die Weine sind eleganter und weniger strukturiert, mit feinkörnigen Tanninen und angenehmem Trinkfluss – ein jugendlicherer, vielseitigerer Stil im Vergleich zu 2022/23.
  • Ertragslage: Die Erträge waren insgesamt zufriedenstellend für viele Produzenten, dank einer starken Barbera-Performance und guter Nebbiolo-Reife in Top-Lagen.

Insgesamt ist 2024 ein Jahrgang, der durch exzellente weinbauliche Arbeit geprägt ist und elegante, frische Barolo und Barbaresco mit geschmeidigem Charakter und hervorragendem Potenzial in Spitzenlagen hervorgebracht hat.